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V Rising wandelt zwischen den Genres und macht genau deshalb solchen Spaß!

Vampire erheben sich aus ihren Genre-Särgen

Dieses "V Rising... was ist das denn für ein Genre?" Ja, gute Frage: was ist es eigentlich für ein Genre? Darüber muss man beim neuen Early-Access-Spiel einmal, zweimal länger nachdenken. Man kann nicht einfach sagen: "Ja, klassischer Shooter" oder: "Typisches Jump & Run" wie bei anderen Spielen. V Rising wirft so einige und das ist richtig gut für den Erfolg des Vampir-Kassenschlagers. V Rising ist nämlich nicht nur ein suchterzeugender Genre-Cocktail, sondern auch ein neues Setting für Videospiel-Vampire.

Weg vom klassischen Genre tut V Rising gut

In der Gaming-Community, den Medien, der Berichterstattung hängt vieles immer noch sehr an Spiele-Genres. Ein neues Game ist da und die ersten Fragen, die man sich stellt, sind: welche Plattformen und welches Genre? Letzteres kann man aber zunehmend bei vielen neuen Games nicht mehr so leicht in einem Wort sagen und das ist auch gut so. V-Rising beweist für mich zum Beispiel, wie spaßig es sein kann, außerhalb der Gattungs-Box zu wandeln.

Das neue Vampir-Spiel von Indie-Entwickler Stunlock Studios, gehört eben nicht nur in ein Genre, sondern mischt Elemente von ARPG, Shooting, Survival und Crafting, Sandbox, Koop, MMO und mehr. Und das ist allein schon für die Erwartungshaltung clever. Wenn man einen typischen Multiplayer-Shooter machen will, wird das Endergebnis dann eben mit allem verglichen, was in letzter Zeit in diese Genres gefallen ist. V-Rising aber windet sich aus so einem steifen Vergleich heraus, wie ein Vampir aus der Sonne.

Mit Aufgaben nimmt einen V Rising erst einmal Schritt für Schritt an die Hand, damit man mehr Möglichkeiten zum Crafting und Sammeln kennenlernt.

Auch machte mir das den Start in V Rising so spannend und schmackhaft, weil man nicht schon stereotyp weiß, was einen erwartet - und seien wir ehrlich, bei manchen AAA-Genre-Spielen bekommt man oft dasselbe Konzept in anderer Verkleidung. Stattdessen entdeckt man nach und nach immer neue Elemente: Charaktergestaltung, Action-Kämpfe, RPG-Elemente und ein wenig Crafting in einer Open World. Dann kommt auch noch Bauen und Gestalten dazu und dann kann man noch à la Sandbox die ganze Welt verändern beziehungsweise zerstören.

Das wäre nicht nur ein Garant, um stundenlang zu zocken, sondern auch für totale Überforderung. Andere Games scheitern genau an diesem "zu viel gewollt", aber diese Jonglage packt V Rising bisher richtig, richtig gut. Trotz so vieler Funktionen nimmt das Spiel einen nämlich freundlich an das eiskalte Händchen und zeigt erst einmal Schritt für Schritt, was man sammeln, bauen und aufwerten kann. Falls ihr doch einmal hängen bleibt, helfen wir euch gerne mit unseren zahlreichen Tipps und Lösungen zu V Rising aus.

Vampir-Survival - nur diesmal ist man selbst das Monster!

Im Gegensatz zu anderen Survival-Games fand ich V Rising jedenfalls richtig zugänglich, mit einer hinterhältigen "Ich-spiele-bis-drei-Uhr-nachts"-Sogwirkung. Anscheinend legt es einfach weniger Wert auf das überfordernd-beklemmende Gefühl des Alleinseins in einer feindseligen Welt vieler Survival-Games. Vielmehr wird das neue Action-Spiel einfach zu einem Feelgood-Sucht-Erlebnis trotz Todesgefahr und das liegt auch an der Wahl der Hauptfigur.

Bei Survival ist man es gewöhnt, gegen fiese Untote zu kämpfen: Monster und Zombiehorden sind zum Beispiel weitverbreitet. V Rising dreht das einfach mal um: Survival, aber aus der Perspektive des Monsters. In dem Fall seid ihr also nicht der einsame Mensch in einer brandgefährlichen Welt, nein: Ihr seid die Gefahr. Das sorgt dafür, dass V Rising als Survival-Spiel weniger bedrohliche Stimmung aufbaut und ich denke, das soll es auch gar nicht.

In V Rising ist man eigentlich ein düsterer, blutsaugender Vampir, man ist aber auch gleichzeitig bunt, fantasievoll und irgendwie plastisch wie eine Comic-Actionfigur.

Dafür ist die farbenfrohe, comichafte Grafik auch zu freundlich und die Charaktergestaltung zu verspielt, um wirklich düstere Blutsauger in Szene setzen zu wollen. Die kitschige Cringe-Grenze von glitzernder Twilight-Kuschel-Vamps unterschreitet es aber trotzdem nicht. V Rising balanciert da gekonnt zwischen heiter und schaurig, genau wie zwischen den Genre-Grenzen.

Das alles macht V Rising gefühlt zu einer Soft-Version von Monster-Survival ohne große Gruselgefühle. Ich hätte nicht gedacht, dass Blutsaugen so ein Feelgood-Erlebnis sein kann, aber dieses Early-Access-Spiel schafft genau das und ich schätze, mit Freunden auf einem Server ist es noch muckeliger - und suchterzeugender.


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Über den Autor

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Judith Carl

News-Redakteurin

Judith Carl ist Volontärin für News und Social Media bei Eurogamer.de. Judith hat Medienwissenschaften studiert. Sie streamt begeistert am liebsten Rollenspiele und Adventure Games auf Twitch. Ihre weiteren Leidenschaften sind LARP, Pen and Paper, und Trash-Filme.

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